Routinierte Prüfungen

Netzbetreiber wie die TWS Netz unterstützen Prozesse für die mobile Instandhaltung und Prüfung von Armaturen mit dem ArmaKon-System von NieGaTec.

Mit fast 14.000 Gas-Hausanschlüssen und rund 1.000 Kilometer Gesamtnetzlänge im Strom gehört der Vier- Sparten-Versorger TWS Netz (TWS) aus Ravensburg zu einer Kategorie von Versorgern, wie es sie in Deutschland häufig gibt. Als regionale Komplettversorger im Bereich Energie und Wasser bieten diese Versorger maßgeschneiderte Lösungen für gewerbliche und private Kunden. Leitwerte sind Bodenständigkeit und Nähe zu der Region und den Menschen, ebenso stehen Ökologie und Nachhaltigkeit an oberster Stelle.

Ganz ähnliche Anforderungen haben diese Netzbetreiber auch an die Lieferanten von Softwarelösungen für die Überwachung von Betriebs- und Instandhaltungsarbeiten. Hier geht es nicht darum, Prozesse nach dem Vorbild internationaler Best Practices umzusetzen. Vielmehr müssen die Systeme zuverlässig, nutzerfreundlich und effizient in der Unterstützung der täglichen Arbeit sein und dabei ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis nachweisen.
So begann die TWS im Bereich Betrieb und Instandhaltung für Anlagen und Netze vor zwei Jahren damit, die ArmaKon-Technologie von NieGaTec einzuführen. ArmaKon steht für Armaturenkontrolle und ist eine Datenbankbasierte Software, die Netzbetreiber bei der Einhaltung und Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zur regelmäßigen Überprüfung sämtlicher Armaturen unterstützt. Obwohl die TWS seit langem ein geographisches Informationssystem einsetzt, in dem Betriebsmittelstammdaten verwaltet werden, wurden die gesetzlich geforderten Überprüfungszeiträume von Armaturen und Hausanschlüssen bis vor zwei Jahren noch per papiergebundenem System erledigt. „Wir haben alleine rund 201.000 Wasserarmaturen, da sind wir mit dem Kärtchensystem an Grenzen gestoßen“, weiß Oliver Hund, Teamleiter Rohrnetzbetrieb bei der TWS. Manche Informationen wurden lediglich in verschiedenen Excel-Listen geführt; dies ermöglichte keinen klaren Überblick über die Gesamtsituation.
Besonderheit der ArmaKon-Produktlinie ist es, dass eine Schnittstelle zu beliebigen GIS-Systemen vorhanden ist und demnach die Bestandsdatenpflege alleine dem GIS als führendem System überlassen wird. Die TWS musste also keine redundante Datenhaltung aufbauen. Gleichzeitig werden alle notwendigen Daten innerhalb der unterstützten Workflows, die von der Arbeitsvorbereitung bis hin zur Störungsbehebung reichen, bereitgestellt. Bei der TWS sind verschiedenste Module von ArmaKon im Einsatz, etwa ArmaKon-Mast für die Überprüfung von Strommasten, ArmaKon- HAE für Hauptabsperreinrichtungen im Gas, ArmaKon-WASSER für Wasserarmaturen und ArmaKon-Gas für Gas- Armaturen.

„Als wir uns vor zwei Jahren für das System entschieden haben, hat uns vor allem überzeugt, dass NieGaTec das System speziell für unsere Anforderungen angepasst hat“, erläutert Rohrnetzmeister Hund – eine Dienstleistung, die für das niederrheinische Unternehmen zur grundlegenden Strategie zählt. „Wir legen Wert darauf, dass sich die Anwendung speziell an die Techniker richtet. Bei jedem Versorger herrschen sehr unterschiedliche Prozessschritte und Prüfroutinen, an die sich das System anpassen muss“, berichtet Vera Jaeger, IT-Abteilungsleiterin bei der NieGaTec. So auch bei der TWS. Alleine die Überprüfungszeiträume für die Armaturen reichen von zwei Monaten bis hin zu acht Jahren.
Ebenso gibt es bei den Spülungen der Trinkwasserleitungen verschiedenste Zyklen, die sich je nach Saison ändern und individuell von den Technikern bestimmt werden. „Bei solchen Punkten ist es sehr wichtig, dass die Software für die Techniker maßgeschneidert wird“, analysiert Oliver Hund.

ArmaKon-HAE für Gas-Hauptabsperreinrichtungen ermöglicht zudem eine lückenlose und gerichtsfeste Dokumentation der getätigten Prüfungsleistungen und bildet die Basis für die Einsatzplanung der Mitarbeiter. NieGaTec hatte die Anforderungen der Anwender und Führungskräfte im Rahmen intensiver Workshops aufgenommen und einen entsprechenden Lösungsvorschlag erarbeitet.
Seit der Einführung im Jahr 2011 wurde ArmaKon mehrfach modifiziert und erweitert, da die TWS aufgrund der gemachten Erfahrungen die Prozesse kontinuierlich optimiert hat. Nach einem Jahr Laufzeit wurde etwa eine mobile Version der ArmaKon-Module eingeführt, sodass die Mitarbeiter vor Ort auch Zugriff auf alle Betriebsmittel und Prüfungsunterlagen haben. Durch die konsistente Datenhaltung erhalten auch die Führungskräfte jederzeit die Möglichkeit, den tatsächlichen Datenbestand transparent zu bewerten. „Die Mitarbeiter sind sehr begeistert von dem System, es gilt als sehr anwenderfreundlich, schnell, übersichtlich und ist ausgestattet mit zahlreichen Kontroll- und Steuerungsfunktionen“, resümiert Oliver Hund.
Ähnliche Erfahrungen wie die Gas- Sparte machte auch der Strom-Bereich der TWS, bei dem das Modul ArmaKon- Mast eingeführt wurde. Auch hier fand die Entwicklung der Lösung in enger Abstimmung mit NieGaTec statt, da die Prüfschritte sehr individuell sind. In Zukunft will TWS den ArmaKon- Energiemanager einführen, mit dem der Zugriff auf alle einzelnen Module möglich ist. Dadurch können auch spartenübergreifende Aufgaben und Auswertungen durchgeführt werden.

(aus “Business Geomatics”, Ausgabe 9-2014, Seite 11)